Geschichte

Unsere Provinz hat eine lange Geschichte, die sich über viele Jahre erstreckt und viele verschiedene Aspekte einbezieht. Die Geschichten aus der Zeit 1940 – 1945 werden in unserem Museum erzählt. Insbesondere der französische Anteil in unserem Land findet in dieser Zeit Beachtung.

Die französische Hilfe im Mai 1940, die nächtliche Erkundung unserer Küsten durch deren Kommandos, die Befreiung von Vlissingen und einem Teil von Walcheren und die Landung französischer Fallschirmjäger in Drenthe 1945 sind Geschichten, die einigen von Ihnen noch unbekannt sein werden. Diesen Männern, von denen einige hier in Kapelle begraben sind, wird in unserem Museum die Anerkennung zuteil, die sie verdienen.

Ein Nachtangriff, der in Kapelle endet

1942 werden auf Befehl von Winston Churchill die Kommandotruppen aufgestellt. Der Zweck dieser „Spezialeinheiten“ war es, zwischen die deutschen Linien einzudringen und so Unruhe unter den Besatzern zu säen und ihnen einen empfindlichen Schlag zu versetzen. Während der Kriegsjahre fanden diese „geheimen“ Kommandoaktionen auch in den Niederlanden statt. Einer dieser nächtlichen Angriffe endete auf dem Friedhof von Kapelle.

Im Februar 1944 fand am Strand von Wassenaar ein dramatisches Ereignis statt. In der Nacht vom 27. auf den 28. Februar landete dort eine kleine französische Kommandogruppe unter dem Kommando von Charles Trepel, um eine Aufklärung durchzuführen. Aufgabe der Gruppe war, zu erforschen, ob an dieser Stelle Geheimagenten sicher an Land gebracht und wieder abgeholt werden könnten.

Nach einer nächtlichen Überfahrt von Great Yarmouth gelingt es dem britischen Marineoffizier Bradford, sein Motortorpedoboot in die richtige Position zu bringen. Hier gehen die Kommandos von Bord, um mit einem Beiboot zur Küste zu fahren. „SEE YOU LATER“ ist das letzte, was Bradford von Trepel hören würde…

30 Meter vor der Küste verlassen Trepel und seine Männer die Schaluppe, um auf ein Beiboot umzusteigen. Die restlichen Männer gehen vor Anker. Um 2 Uhr setzen die Kommandos ihren Fuß an Land. Trepel meldet die erfolgreiche Ankunft per Funk. Wenige Minuten später erleuchten Raketen, begleitet durch gewaltigen Lärm, die gesamte Küste. Die hölzerne Schaluppe segelt zurück zum MTB, um nicht entdeckt zu werden. Vermutlich hat eines der Kommandos einen Draht berührt und dadurch einen Alarm ausgelöst.

Selbst nach 70 Jahren ist immer noch unklar, was genau sich in dieser Nacht ereignete. Das MTB wartet bis Sonnenaufgang und segelt dann zurück. Ein paar Stunden und Tage später werden 6 leblose Körper an Land gespült. Die Deutschen tappen im Dunkeln. Im Mai 1945 trifft ein französisches Kommando in Den Haag ein und beginnt eine komplizierte Suchaktion nach Trepel und seinen Männern. Alle befinden sich auf dem örtlichen Friedhof Westduin bei Wassenaar. Im September 1949 finden sie endlich den Weg zu ihrer letzten Ruhestätte. Vier der sechs Männer ruhen auf französischem Boden. Trepel und Guy sind auf dem französischen Ehrenfriedhof in Kapelle begraben.

Damit wir sie nicht vergessen: Charles Trepel, Jean Hagnéré, Jacquelin Rivière, René Guy, Roger Cabanela, Fernand Devillers

Operation Infatuate...Die Befehle klangen auf Französisch...

Am Nachmittag des 31. Oktober 1944 traf eine Gruppe Kommandos im zerstörten Hafen von Breskens ein. Nach einer Woche harten Trainings in den Dünen des Badeortes de Haan, kamen Sie aus Ostende hierher, um am frühen Morgen des 1. Novembers die Überfahrt nach Vlissingen zu zu starten.

Die Operation „Infatuate 1“ war Teil der „Scheldeschlacht“ („de slag om de Schelde“). Ziel der Operation war, den großen Seeschiffen den Antwerpener Hafen mit den dringend benötigten Gütern für die Befreiungsarmee zugänglich zu machen. Die französischen Kommandos, unter dem Befehl von Kapitän Philippe Kieffer, waren Teil des britisch/französischen Kommandos Nr. 4. Es herrschte die Erwartung, dass es in Vlissingen einen harten Kampf geben wird. Dies sollte sich, gelinde gesagt, bewahrheiten. Der Kampf dauerte erbitterte 3 Tage. Es kam zu heftigen Straßenkämpfen von Haus zu Haus. Die wenigen noch anwesenden Zivilisten waren erstaunt, dass in ihren Straßen französische Befehle zu hören waren.

Von den 150 Franzosen wurden viele verwundet und 5 getötet. Die Geschichten über diese Schlacht, die von einem vergessenen Befreier geführt wurde, finden Sie in unserem Museum. Es besteht die Möglichkeit, das Museum und Vlissingen in Form einer Schlachtfeldführung zu besichtigen.

Operation Amherst

In unserem Museum empfangen wir regelmäßig Schulklassen. Wenn wir die Schüler fragen: „Wissen Sie, wer 1944/45 unser Land befreit hat?“, wissen glücklicherweise die Meisten, dass es Kanadier, Amerikaner, Engländer und Polen waren. Es ist allerdings weitgehend unbekannt, dass auch französische Truppen dazu beigetragen haben.

„Operation Amherst“ war der Deckname für eine alliierte Operation im Frühjahr 1945 in Drenthe. Mehr als 700 französische Fallschirmjäger sprangen in diesem Gebiet ab. Diese Franzosen waren damals Teil des berühmten britischen SAS (Special Air Service). Als Wegbereiter der vorrückenden Kanadier wurden sie in der Nacht vom 7. auf den 8. April 1945 an verschiedenen Orten in Drenthe abgesetzt.

Fast alle dieser 700 Fallschirmjäger wurden verletzt, 33 starben, 8 dieser Männer sind auf unserem Ehrenfeld in Kapelle begraben. Die Geschichten der Veteranen und die Dokumentation hierzu erzählt die weitere Geschichte dieses vergessenen Teils der Befreiung in unserem Museum.